Auf dem Zahnfleisch
4:3 Sieg nach Penaltyschießen gegen EHC München
Nur 2.290 Zuschauer wollten heute in der Helios Arena die Partie der Wild Wings gegen den EHC München sehen. Wer nicht da war hat ein gutklassiges Eishockeyspiel verpasst, indem am die Wild Wings am Ende stehend k.o. waren und trotzdem mit viel Kampf noch zwei Punkte behalten konnten. Im Penaltyschießen war es der wieder einmal überzeugende Brady Leisenring der den Sieg für die Schwenninger einfuhr. Doch zur Chronologie des Spiels: München startete besser in die Partie, doch nach etwa fünf Minuten übernahmen die Wild Wings mehr und mehr das Zepter. Die Tore von Steingroß und Leisenring, jeweils n Überzahl, waren die logische Folge und der verdiente Lohn.
Zu Beginn des 2. Drittels konnten die Wild Wings an die vorherige Leistung anknüpfen. Nach gut 4 Minuten war es Jon Smyth, der endlich seinen ersten Saisontreffer erzielten konnte. Groß war der Jubel, das Spiel schien entschieden. Doch der EHC München gab sich noch lange nicht auf. Während die Wild Wings es verpassten das 4:0 oder 5:0 zu erzielen, kämpften sich die Bayern durch ein intensives Körperspiel zurück in die Partie. Darunter leiden musste Martin Heider, der Mitte des 2. Drittels nach einem Check vom Eis musste. Die erste Diagnose: Verdacht auf Schultereckgelenksprengung und drei Monate Pause. Näheres am Montag nach der Kernspin. Je länger das 2. Drittel lief, desto stärker wurde der EHC München. Mike Brown musste mehrfach in höchster Not retten, erst bei 39:56 musste er sich Neville Rautert geschlagen geben. Unglücklich und ein Tiefschlag kurz vor der Drittelpause.
Im Schlußdrittel zeigte sich dann deutlich, dass die Münchener zwei Wochen Pause hatten und am Freitag auch kein Spiel bestreiten musste. Die Wild Wings, die durch das Nachholspiel praktisch keine Pausen hatten und vom Verletungspech gebeutelt sind, konnten das Tempo der Gäste nicht mehr mitgehen und versuchten den Vorsprung irgendwie über die Zeit zu retten. Sie kämpften, sie rackerten, es war eine Abwehrschlacht. Doch die diesjährige Klasse von München sollte sich noch auszahlen. Gyori und Dietrich glichen die Partie nach 54 Minuten aus. Die Wild Wings retteten sich in die Verlängerung und überstanden auch die zusätzlichen fünf Minuten.
Vor dem Penaltyschießen gab es noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Münchens Manager Christian Winkler, der daraufhin die Spielerbank verlassen musste. Bei den anschließenden Penaltys konnte Mike Brown dreimal parieren, während Brady Leisenring seinen Puck im Netz unterbrachte und damit den 4:3 Endstand für die Wild Wings herstellen konnte. Auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Jari Pasanen enttäuscht über den verlorenen Punkt, war aber gleichzeit auch sehr zufrieden wie seine "platte" Mannschaft gespielt und gekämpft hat.
Nach Verabschiedung des Maßnahmekatalogs haben die Wild Wings 14 von 15 möglichen Punkten auf den letzten fünf Spielen geholt und sich in der Tabelle auf Platz 6 verbessert. Die nächsten drei Spiele bestreiten die Schwäne gegen die ersten drei der derzeitigen Tabelle. Zuerst in Tölz, dann gegen Landshut und danach in Bietigheim. Drei echte Prüfsteine, aber auch drei Spiele auf die sich der Fan freuen kann.